Schulstart - Schuhstart

Der Schulbeginn steht vor der Türe und damit auch bald neue Kinderschuhe. Das österreichische Forschungsteam „Kinderfüße-Kinderschuhe“ hat deshalb die 10 häufigsten Elternfragen zu einem praktischen Ratgeber zusammengefasst.

  1. 12-17 mm Spielraum benötigen Kinderfüße, damit sie sich in Schuhen wohlfühlen. Nur 8,5% der Eltern wissen das. Und so lässt sich überprüfen, ob die Schuhe passen: Entweder mit einem Pappstreifen des Fußes (+ 12-17 mm Spielraum) oder mit dem Messgerät plus12. Hinweis: Gelegentlich sind Schuhe mit passendem Spielraum im Bereich der Ferse oder der Ballen zu weit. Da hilft dann nur, auf ein anderes Modell auszuweichen. Nicht jeder Kinderschuh passt für jeden Kinderfuß.
    Papp Schablone
    Pappstreifen basteln: Fuß auf Karton stellen, Umriss zeichnen, vorne 12-17 mm hinzufügen, 2-fingerbreiten Streifen ausschneiden und in den Schuh stecken. Biegt sich der Streifen im Schuh auf, ist der Schuh zu kurz.
  2. Teuer ist gut, gilt bei Kinderschuhen nicht. Schadstoffuntersuchungen von Stiftung Warentest und Ökotest zeigen immer wieder, dass bei teuren und billigen Schuhen mit Giftcocktails zu rechnen ist. Und Studienergebnisse des Forschungsteams „Kinderfüße-Kinderschuhe“ belegen, dass die Schuhgrößen sowohl bei Markenkinderschuhen als auch bei No-Names dramatisch falsch sind.
  3. Auf Schuhgrößen ist bei Kinderschuhen kein Verlass. Auf dem Schuh steht zwar Schuhgröße 30, im Schuh ist dann aber nur die Innenlänge eines 28ers. Studien zeigen, dass 97% (!) der Schuhgrößen falsch sind. Auffallend: Die Schuhe sind immer kürzer, aber nie länger. Mogelpackung Kinderschuh? So kann man das selbst überprüfen: 2-fingerbreiten Pappstreifen in der Länge der aufgedruckten Schuhgröße basteln und in den Schuh stecken. Biegt sich der Streifen auf, ist der Schuh zu kurz. Beispiel: Eine EU-Größe ist 6,67 mm lang. Größe 30 müsste also eine Innenlänge von 200 mm haben (Größe 30 x 6,67 = 200 mm).
  4. Hausschuhe passen fast nie. Und das ist für Kinderfüße noch schädlicher als zu kurze Straßenschuhe, da Hausschuhe üblicherweise viel länger getragen werden. Viel besser sind Anti-Rutsch Socken. Testreihen in Kindergärten zeigen, dass man sofort sieht, ob sie passen, und am Wochenende können sie zum Waschen mit nach Hause genommen werden.
  5. Gebrauchte Kinderschuhe werden seit Jahrzehnten verteufelt. Zu Unrecht: aus ökonomischer und ökologischer Sicht machen gebrauchte Kinderschuhe absolut Sinn. Zwei einfache Tests zeigen, ob die „neuen“ Gebrauchten tauglich sind:
    • Schuh auf einen flachen Untergrund stellen und überprüfen, ob die Sohle einseitig abgelaufen ist. Hängt der Schuh auf eine Seite, sollte er nicht mehr verwendet werden.
    • Damit die Schuhe passen, müssen sie innen mindestens 12-17 mm länger als die Füße sein und um Ballen und Ferse gut sitzen.
  6. Passende Kinderschuhe online zu kaufen klappt mit einem einfachen Tipp: Fragen Sie nach der Innenlänge des Wunschmodells (in Millimeter). Einige Shops bieten diesen Service schon an, viele andere müssen das noch lernen. Nur so kann man sicher sein, dass 12-17 mm Spielraum vor den Zehen sind.
  7. Kinderfüße wachsen rasch: Im Alter von 1-3 Jahren 1,5 mm pro Monat, von 3-6 Jahren 1 mm pro Monat und von 6-10 Jahren rund 0,8 mm pro Monat. Hat Ihr Kind lange Füße für sein Alter? Wir haben die Messungen einiger tausend Kinderfüße zusammengefasst und eine praktische Tabelle gemacht: Fußlänge und Alter von Kindern
  8. Kinder spüren nicht, ob die Schuhe passen! Aber: 50% der Eltern vertrauen darauf, dass ihre Kinder sich melden, sobald die Schuhe zu kurz sind. Spannende Untersuchungen mit den eigenen Schuhen und neuen Schuhen zeigen, dass Kinder sogar 5 Größen zu kurze Schuhe als passend bezeichnen. Deshalb: Immer die Innenlänge der Schuhe messen und so überprüfen, ob noch genügend Spielraum vorhanden ist.
  9. Passform-Check mit der Einlagesohle. Das funktioniert prächtig, aber dabei passiert häufig ein entscheidender Fehler: Die Ferse wird bis an den hinteren Rand der Einlagesohle gestellt, aber dort steht sie im Schuh nicht. Deshalb: Ferse mindestens 1 cm vor den hinteren Rand stellen und dann überprüfen, ob vor den Zehen noch 12-17 mm Spielraum sind.
    Ferse im Schuh
    Passform-Test mit der Einlagesohle: Ferse 1 cm vor dem hinteren Rand positionieren
  10. Je weicher und flexibler Kinderschuhe sind, desto besser. Die Forschung der letzten Jahre macht es vor, die Hersteller von Kinderschuhen machen es aber nur selten nach: In steifen Schuhen können sich Gelenke und Muskeln um bis zu 30% weniger bewegen als beim Barfußlaufen. Damit sich Kinderfüße optimal entwickeln können, benötigen sie aber möglichst viel und uneingeschränkte Bewegung. Deshalb: Vergleichen Sie immer mehrere Kinderschuhe miteinander und biegen und verwinden Sie die Schühchen.